Chef des Protokolls (Andreas Murmann)

Seit dem ersten Rathaussturm steht Andreas Murmann als politischer Protokoller in der Bütt. Themen bieten Gesellschaft und Politik in jedem Jahr genügend, um sie in alter Fastnachtstradition in Reimform auf’s Korn zu nehmen.

 

Nach altem närrischen Brauch durfte bereits im Mittelalter in der Fastnachtszeit frei die Meinung über die Obrigkeit geäußert werden. Nach der französischen Revolution entwickelte sich eine Tradition der freien Kritik über die herrschenden Zustände, die von den Karnevalisten bis heute gepflegt wird. Mit der Entstehung der modernen Fastnacht im neunzehnten Jahrhundert wandert die während der Restauration verbotene oder zensierte Meinungsäußerung in sprachlich verbrämte Büttenreden. Zum eigenen Schutz verwendeten die Redner literarische Mittel wie Metaphern, Symbole und In Reimen versteckten Anspielungen – die Grundlage des traditionellen Protokolls in Versform, der politisch-literarischen Fastnacht.

 

 

Seit 2015 schlüpft Andreas Murmann in die Rolle des politischen Protokollers und nimmt sich die Ereignisse des Vorjahres in Reimen vor. Dabei hält er nicht nur der der großen Politik den Spiegel vor, sondern beim Blick auf gesellschaftliche Tendenzen allen Narren. Babbschergemäß in blauer Schürze, rotkariertem Hemd und mit Lederkappe konzentriert er sich auf überregionale Themen, Bundes- und Weltpolitik und steigt bei Rathaussturm und Sitzung in die Bütt.